Die Forschung an hochsensiblen biologischen Erregern steht zurecht zunehmend im Zentrum einer hitzigen Debatte. Auffällig ist dabei, dass der Begriff der „Gain-of-Function“-Forschung (GoF) in der wissenschaftspolitischen Diskussion derzeit neu geordnet und aufgespalten wird. Man versucht, unbedenkliche Forschungen, wie etwa genetische Modifikationen in der molekularen Onkologie oder Neurobiologie, bei denen es um zelluläre Vorgänge ohne jegliches pandemisches Risiko geht, scharf von den tatsächlichen Gefahren zu trennen. Für Experimente an Erregern, die pandemische Ausmaße annehmen können, wird daher zunehmend der Begriff „Pathogens with Enhanced Pandemic Potential“ (PEPP) verwendet. Doch diese formale Trennung lenkt von einem viel tieferliegenden, grundsätzlichen Problem ab.
Quelle: Progressive Stimme - Argumente, Fakten, Quellen - https://progressivestimme.de